Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.
und der Partnerunternehmen:
| Mehr |
| Mehr |
| Mehr |
| Mehr |
|
|
Operatives Krisenmanagement
von Dipl.-Kfm. Frank Roselieb
Mit Störfällen, Unternehmenskrisen und Katastrophen beschäftigt sich die Wissenschaft zumeist in retrospektiven Fallstudien. Um solche operativen Krisen auch jenseits des Einzelfalls in betrieblichen Risikomanagementsystemen nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) berücksichtigen zu können, bedarf es eines möglichst allgemein gehaltenen Erklärungsmodells.
Bereits in den 1990er Jahren wurden entsprechende Konzepte entwickelt und zum Teil auch empirisch geprüft. Volker Mayer setzt sich in seiner Dissertation an der Universität München das Ziel, diese Ansätze zu systematisieren und sie in den Kontext eines ganzheitlichen Risikomanagements einzuordnen. - Das erste Kapitel der Schrift führt in die Zielsetzung und Struktur der Arbeit ein. Kapitel zwei gibt einen Überblick über verschiedene Ansätze und Entwicklungstendenzen des Risk Managements und stellt alternative Systematisierungs- und Kategorisierungskonzepte für Risiken vor. Auf dieser gedanklichen Basis definiert der Autor Krisen als ungewollte Zustände einer Organisation, die durch ein sprunghaft angestiegenes Risiko gekennzeichnet sind.
- Kapitel drei zerlegt das Gesamtphänomen "Krise" in einzelne Teilkrisen. Diese stehen ihrerseits mit jeweils einem Unternehmensziel in Verbindung und werden hinsichtlich ihrer Ursache-Wirkungs-Beziehungen analysiert. Hieraus leitet der Verfasser exemplarische Handlungsoptionen für das Krisenmanagement ab und führt eine begriffliche Unterscheidung zwischen Stör- und Notfällen einerseits sowie strategischen und operativen Krisen andererseits ein.
- Auf der Suche nach Anregungen für ein eigenes Krisenmanagementsystem gibt der Autor im vierten Kapitel einen Überblick über verschiedene theoretisch-wissenschaftliche und pragmatisch-anwendungsorientierte Arbeiten zum Krisenmanagement. Betrachtet werden dabei ausgewählte Texte aus der Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und Kommunikationswissenschaft sowie verschiedene, überwiegend englischsprachige Schriften zum Risk, Crisis und Business Continuity Management. Ansätze zur Kategorisierung von Unternehmenskrisen sowie Hinweise auf empirische Arbeiten zum Themengebiet beschließen das Kapitel.
- Sein modulares System zum Krisenmanagement fixiert der Autor im fünften Kapitel. Diskutiert werden Arten, Ziele, Prozess und Organisation des Krisenmanagements. Im Ergebnis entsteht eine Matrix, die der jeweiligen Situation des Unternehmens (Normalzustand, Schadensfall, Krise etc.) das jeweils maßgebliche Phänomen (Risiko, originäre Teilkrise oder derivate Teilkrise) sowie die jeweils notwendige Art des Managements (Risikomanagement, Schadensmanagement oder Krisenmanagement) zuordnet.
- Im sechsten Kapitel stellt Mayer einzelne Methoden des antizipativen Krisenmanagements vor - von der Projektinitiierung über Betriebsunterbrechungsanalysen bis zu Krisenübungen. Das abschließende siebente Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit in drei Kernthesen zusammen. Ein Anhang mit 21 Abbildungen und Tabellen, ein Literaturverzeichnis mit 312 Quellen sowie ein Autoren- und Stichwortverzeichnis beschließen die Arbeit.
Insgesamt bietet die Schrift von Mayer einen schlaglichtartigen Überblick über ausgewählte Texte zum operativen Krisenmanagement. Sie sei daher denjenigen Praktikern und Wissenschaftlern zur Lektüre empfohlen, die sich einen schnellen Zugang zur betriebswirtschaftlichen, soziologischen und kommunikationswissenschaftlichen Krisenliteratur verschaffen möchten. Fachlich überzeugt die Arbeit allerdings nicht. Einerseits wird Mayer seinem im Klappentext gesetzten Ziel einer Einordnung des Krisenmanagements in das ganzheitliche Risikomanagement nicht gerecht, denn Ausführungen zu Risikomanagementsystemen - insbesondere nach KonTraG - sind nur sehr schemenhaft vorhanden. Andererseits fehlt es der Arbeit an einer erkennbaren Systematik und Prüfstruktur. Ob der Autor seinen anderen Zielen - beispielsweise "eine dynamische Betrachtung und Modellierung der Risiken (...) auch bei veränderten Rahmenbedingungen (...) zu gewährleisten" - tatsächlich gerecht wird, bleibt daher nebulös.
Volker Mayer, Operatives Krisenmanagement: Grundlagen, Methoden und Werkzeuge des ganzheitlichen Risk Management, Deutscher Universitäts-Verlag Wiesbaden, 2003, 228 Seiten, EUR 49.90, ISBN 3-8244-9096-X
| Bestellen |
Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389): 6. Jahrgang (2003), Ausgabe 8 (August)
Seitenanfang |
Zurück |
Drucken |
Kontakt |
Sitemap |
Impressum
Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel. © Frank Roselieb 1998-2010. Alle Rechte vorbehalten. Internet: www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de
|
|
|
Aktueller Kongress

Europäischer Restrukturierungsgipfel am 15. September 2010 an der Universität Linz
Aktuelle Stellenangebote
Consultant (m/w) (Hochschulabsolvent) Unternehmensanalyse in Düsseldorf
Praktikant (m/w) Restrukturierung und Strategie in München
Aktuelles Magazin

Direkt zu den Fallstudien, Fachbeiträgen, Buchtipps, Links etc.
Krisenmanagement Krisendiagnose Krisenkommunikation Issues Management Risikomanagement Sicherheitsmanagement Katastrophenmanagement
Ihren Beitrag ergänzen? Kontakt
Aktuelle Interviews
Frank Roselieb zur Krisen-PR von BP im Rückblick, in: Detektor.fm (02. Juli 2010)
Frank Roselieb zur Krisenkommunikation von BP im Web 2.0, in: Adzine.de (17. Juni 2010)
Frank Roselieb zur Reputation Deutschlands nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten, in: Medientrainierblog.de (31. Mai 2010)
Frank Roselieb zur Imagekrise von BP nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko, in: Welt.de (30. Mai 2010)
Frank Roselieb zur Kommunikationspolitik der Deutschen Bank in der Griechenland-Krise, in: Welt.de (14. Mai 2010)
Frank Roselieb zum Krisenmanagement der Reiseveranstalter im Zuge der Aschewolke, im: Tagesspiegel.de (25. April 2010)
Frank Roselieb zur Krisenkommunikation des Papstes, in: Handelsblatt.de (17. März 2010)
Frank Roselieb zur Vertrauenskrise bei der CDU Sachsen, in: dpa.de (06. März 2010)
Frank Roselieb zur Markenkrise von Opel, in: Tagesschau.de (19. Februar 2010)
Frank Roselieb zum Beruf als Krisenmanager, in: Die Welt (30. November 2009)
Frank Roselieb zur Rolle der Pressesprecher im Krisenfall, in: WDR 5 (10. September 2009)
Frank Roselieb zur Krisenkommunikation von Vattenfall (Déjà Vu), in: NDR Fernsehen (08. Juli 2009)
Frank Roselieb zur Compliance- Kommunikation der Deutschen Bahn, in: W&S (Mai / Juni 2009)
Frank Roselieb zur Kommunikation bei Restrukturierungen, in: Focus (11. April 2009)
Frank Roselieb zur Krisenkommunikation im Insolvenzfall, in: CRN (10. März 2009)
Frank Roselieb zur Krisenkommunikation der HSH-Nordbank, in: Die Welt (22. Januar 2009)
Frank Roselieb zur Markenkrise bei Opel, in: Welt am Sonntag (23. November 2008)
Aktuelle Artikel (.pdf)
Frank Roselieb zur Kommunikation in der Krise, in: meo (IHK Essen) (Oktober 2009)
Frank Roselieb zur Restrukturierungs- kommunikation für Bankmanager, in: Sonnemann (HfB) (September 2009)
Frank Roselieb zur Karriere in Krisenzeiten, in: managerSeminare (Juli 2009)
Frank Roselieb zur Krisen-PR im Web 2.0, in: upgrade (März 2009)
Aktueller Buchtipp

Suchen Sie weitere aktuelle Publikationen? Institutsbibliothek
Soziale Netzwerke
Folgen Sie uns auf ...
www.facebook.com/ krisennavigator
www.twitter.com/ krisennavigator
Pressespiegel (Auswahl)
Krisenmanagement: Ein Fall für den Krisenstab [Financial Times] Stell dir vor, es ist Krise [Manager Magazin] Die virtuellen Sanitäter [Die Welt]
Krisenkommunikation: Litigation-PR [Financial Times] SAP vs. Orcale [Computerwoche] Gefangen im Netz [Süddeutsche]
Issues Management: Bundeskanzler [Tagesthemen, Spiegel] Deutsche Bank [Süddeutsche, Spiegel] Deutsche Bahn [Tagesschau]
Risikomanagement: Bedarf an Beratern wächst [Financial Times] Bevor Snuttig platzt [Financial Times] Warnende Stimme [Fluter]
Katastrophenmanagement: RWE Weser Ems [Handelsblatt] Hier gibt es nichts zu sehen [Financial Times] Vattenfall Krümmel [NDR]
Sicherheitsmanagement: Wie Rückrufaktionen gelingen [Financial Times] Irak-Krieg [Die Welt, Spiegel]
|
|